Erfolgreicher Infostand der Bürgerinitiativen                                                     

Buseck, 19.11.2010. (MP) Mit einem Infostand haben zahlreiche Bürgerinitiativen aus dem Alsfelder Raum die Veranstaltung „Hessen ist voller Energie“ begleitet. „Wir wollten das Fachpublikum darauf aufmerksam machen, dass der gesetzlich-politische Rahmen zur Umsetzung der Windenergie den technischen Möglichkeiten dieser Technologie nicht mehr gerecht wird. Das führt an immer mehr Orten zu schwerwiegenden Beeinträchtigungen von Mensch und Natur“, so Martin Pahl, Pressesprecher der Bürgerinitiativen. Die Politik dürfe dieser Entwicklung nicht weiter tatenlos zusehen. Am Infostand seien intensive, interessante Gespräche geführt worden und man habe einige Gesprächspartner für das Thema sensibilisieren können.

Mit dem Regionalplan Mittelhessen, der zur Zeit noch von der Landesregierung geprüft werde, habe man laut Bürgerinitiativen in vielen Bereichen sicherlich ein modernes, zukunftsweisendes Konzept vorgelegt. Im Bereich der Windenergie sei dies jedoch nicht gelungen. „Gesetzliche Regelungen wie beispielsweise der Mindestabstand zur Wohnfläche von 750 Metern stammen aus einer Zeit, in der die Anlagen 50 Meter und niedriger waren. Die Anlagen der neuesten Generation sind mittlerweile 210 Meter hoch. Hier stehen sich modernste Spitzen-Technologie und Steinzeit-Gesetze gegenüber“, so Matthias Krist, Sprecher der Bürgerinitiative Ruhlkirchen. Auch die Natur sei mittlerweile durch ein Übermaß an Windenergieplanungen bis in die bislang geschützten Waldgebiete hinein gefährdet. In der Rhön gebe es bereits konkrete Überlegungen, in das Biosphärenreservat einzugreifen. Erst vor kurzem habe der NABU Hessen öffentlich Schutzgebiete für die Natur gefordert, die den Vorranggebieten für die Windenergienutzung gleichberechtigt gegenübergestellt werden müssten.

In erster Linie seien laut Bürgerinitiativen in diesen Fragen die politisch Verantwortlichen in Regionalversammlung und Landesregierung und deren raumplanerische Berater und Fachleute gefordert. Sie sollten mit dem derzeit entstehenden Landesentwicklungsplan dafür sorgen, dass endlich die raumplanerischen und gesetzlichen Grundlagen den technischen Möglichkeiten moderner Anlagen angepasst werden. „Unser Signal an die Landesregierung lautet daher: Genehmigung des Regionalplans ja – aber unter Ausklammerung des Teilplans Windenergie“, so Pahl. „Für die Umsetzung eines modernen Windenergiekonzepts für Hessen brauchen wir zuerst eine moderne Grundlage. Und das bedeutet nicht nur Quantität mit dem ambitionierten Ziel von 30% regenerativ bis 2020, wie es Regierungspräsident Witteck fordert. Die Qualität ist hier genauso entscheidend. Und das bedeutet, dass bei immer zahlreicheren und größeren Anlagen endlich die Fragen der sozialen und ökologischen Verträglichkeit auf der Grundlage eines ökonomisch sinnvollen Gesamtkonzepts neu formuliert werden müssen“. Kontakt:         Bürgerinitiative „Schöner Ausblick Elbenrod“, info@ausblick-elbenrod.de